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Alle Werdohler Grundschüler sollen singen
30.01.2012/Süderländer Volksfreund/Autorin: cwi
WERDOHL ▪ „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.“ An diesem Sprichwort orientieren sich die Verantwortlichen der Musikschule Lennetal und die Leiterinnen von zwei Werdohler Grundschulen mit dem Konzept „Singende Grundschulen in Werdohl“ (SGW).
Den Werdohler Kinderchor gibt es nicht mehr – demnächst soll ein Projektchor die Traditionsveranstaltung „Wir singen die Weihnacht ein“ musikalisch gestalten.
Den Werdohler Kinderchor gibt es nicht mehr – demnächst soll ein Projektchor die Traditionsveranstaltung „Wir singen die Weihnacht ein“ musikalisch gestalten.
Obwohl Musikschulleiter Martin Theile gestern die Auflösung des Werdohler Kinderchors bestätigte – das Interesse hatte immer mehr abgenommen – konnte er lächeln: Gemeinsam mit Chorleiterin Marion Jeßegus, und den Schulleiterinnen Christel Kringe (städtische katholische Grundschule St. Michael) und Britta Schwarze (städtische evangelische Grundschule) präsentierte er das neue Konzept, das offiziell morgen beginnt. Der Grundgedanke: Gesang soll künftig in den Unterricht der Grundschulen integriert werden. Zum Beispiel zum Auftakt einer Schulstunde, als Auflockerung zwischendurch oder aber in der Pause. „Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung geht einfach in die Richtung, dass Kinder immer mehr Zeit in der Schule verbringen“, bilanziert Theile. Deshalb sei es sinnvoll, die Kinder innerhalb dieses Zeitraums zum Singen zu ermuntern. Hinzu komme, dass so viel mehr Mädchen und Jungen an den Gesang herangeführt würden, als mit einem Chorangebot. „Wer dann noch etwas machen möchte, der kann in den Schulchor eintreten“, betont Theile. An der katholischen Grundschule gibt es diesen bereits seit Jahren, an der evangelischen Grundschule wird nun ein Chor gegründet.
Die Lehrer der Schulen – sie freuen sich nach den Worten der Schulleiterinnen auf diese neue Aufgabe – sind von Marion Jeßegus gut vorbereitet und trainiert worden. Die Musikschullehrerin schwärmt, ebenso wie Theile, von den Vorteilen des Singens für den Nachwuchs: „Alle Sinne werden geschult und Sprachförderung ist inklusive“, betont Theile. „Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst ungemein, wenn Kinder die unterschiedliche Schulen besuchen, die gleichen Lieder singen können“, unterstreicht Marion Jeßegus, die die SGW auch zukünftig betreuen soll.
i-Tüpfelchen des Konzeptes ist ein stadtweiter Kinderchor, den alle interessierten Mädchen und Jungen bilden sollen und der jeweils vorübergehend an einzelnen Samstagen proben soll. So könnten zum Beispiel das Offene Singen oder „Wir singen die Weihnacht ein“ fortgesetzt werden.
Finanziell werde das Konzept erst durch eine großzügige Spende der Bäckerei Grote ermöglicht betont Theile – und verweist auf „nicht unerhebliche Personalkosten für die Musikschule“. Auch die Fördervereine der Schulen seien bereit, einen Obolus beizusteuern. „So können wir allen Kindern im ersten Jahr eine kostenfreie Teilnahme ermöglichen“, betont Theile und erklärt: „Dann müssen wir den Erfolg des Projektes bewerten und neue Überlegungen anstellen.“

Singende Grundschulen – Ein Chorprojekt für zwischendurch
30.01.2012/Westfälische Rundschau/Autorin: Pia Mester
Ein Chorprojekt für zwischendurch
Das Konzept Singende Grundschulen in Werdohl wird in der Musikschule Lennetal vorgestellt, Personen von links: Christel Kringe (Leiterin kath. Grundschule), Britta Schwarze (ev. Grundschule), Martin Theile (Leiter Musikschule), Marion Jeßegus (Lehrerin Musikschule)
Werdohl.Nach 26 Jahren löst sich der Werdohler Kinderchor Ende Januar nun endgültig auf. Alternativ startet die Musikschule jetzt in Kooperation mit der evangelischen und der katholischen Grundschule ein neues Gesangsprojekt.
„Singende Grundschulen in Werdohl“, so lautet der Name des Konzepts. Die Idee dahinter sei, erklärte Musikschulleiter Martin Theile gestern, Gesang in den Schulalltag zu integrieren. Der Kinderchor habe schließlich auch daran gekrankt, dass die Kinder keine Zeit mehr für die Nachmittagsproben hatten. „Wenn die Kinder nicht zur Musikschule kommen, dann kommt die Musikschule eben zu ihnen“, sagte Theile.
Fortbildungen für Grundschullehrer
Der erste Schritt wird eine Fortbildung der Grundschullehrer durch die Musikschule sein. „Die Lehrer sollen mehr Vertrauen in die eigenen Stimme bekommen und auch lernen, wie eine Kinderstimme funktioniert“, erläuterte Musiklehrerin Marion Jeßegus. Gesungen werden soll nicht nur im Musikunterricht, sondern auch zu besonderen Anlässen oder zwischendurch. Theile und Jeßegus stellen sich da etwa „Singpausen“ vor, während der die Schüler aller Klassen gemeinsam singen.
Im zweiten Schritt sollen an den Grundschulen Schulchöre etabliert werden. Direkt nach dem Unterricht treffen sich dort die Kinder, die besonders viel Spaß am Singen haben. Alle Schulchöre werden, so die Idee, dasselbe Liedgut einstudieren. Dann nämlich können die Schulchöre in einem dritten Schritt als Projektchor gemeinsam größere Auftritte bestreiten, etwa beim „Offenen Singen“ im Sommer oder als Weihnachtskonzert. Dieses „Schneeballprinzip“, wie Marion Jeßegus es nennt, soll dafür sorgen, dass das Chorwesen in Werdohl auch bei den Kindern und Eltern präsent bleibt.
Auch die Lehrer der beiden teilnehmenden Grundschulen freuen sich schon auf das Projekt. An jeder Schule wird eine Lehrkraft die Gesangs- und Chorarbeit leiten. Britta Schwarze, Leiterin der ev. Grundschule: „Die Kollegen sind sehr motiviert und gespannt.“ Ebenso sieht es an der kath. Grundschule aus. Nur die Gemeinschaftsgrundschule will an dem Projekt nicht teilnehmen. Woran das liegt, konnten die Musikschulvertreter nicht sagen. Sie hatten die Gemeinschaftsgrundschule zu jedem Gespräch eingeladen. Schulleiterin Sibylle Böddecker wollte sich auf Anfrage der WR gestern nicht zu diesem Thema äußern.

Mit Mandoline und Gitarre zum ersehnten Erfolg – „Jugend musiziert“ im Ratssaal
30.01.2012/Süderländer Tageblatt/Autorin: cmk
Jugend musiziert
Sarah Zajusch und Ralf Grutza sind eine Runde weiter. Erfolgreich bestritten sie am vergangenen Samstag bei "Jugend musiziert" den Regionalwettbewerb. ■ F.:cmk
PLETTENBERG ■ Mit einem Zupfinstrument aus dem 17. Jahrhundert gelang am Samstag Sarah Zajusch das, wovon viele andere Jugendliche träumen: Sie hat sich gemeinsam mit Benjamin Tanzius, Constantin Kemmer und Ralf Grutza für den Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" qualifiziert. Der ST-Reporterin gaben Zajusch und Grutza ein exklusives Interview.
Sarah Zajusch und Ralf Grutza sind überglücklich. Mit 23 Punkten qualifizierten sie sich für den Landeswettbewerb von "Jugend musiziert", der vom 21. bis 25. März in Köln stattfindet. Zajusch spielte als einzige an diesem Tag Mandoline und wurde von Grutza mit der Gitarre begleitet. Mit ihnen kann auch Constantin Kemmer (Gitarre) das Ticket nach Köln lösen.
Die Mandoline, ein Zupfinstrument aus dem 17. Jahrhundert, ist stark verwandt mit der Laute. Besonders seit Beginn des 20. Jahrhunderts erlebt die Mandoline eine "Wiedergeburt".
Zajusch und Grutza waren beide der Meinung, dass sie erst im Laufe ihres Auftritts zu gewohnter Form gefunden hätten. "Man muss sich erst reinfinden", sagte Sarah Zajusch im Gespräch mit der ST-Reporterin.
Die 18-Jährige Zajusch und der 16-Jährige Grutza sind Kollegen beim Jugendzupforchester NRW. Beide haben noch vor ihrer Einschulung damit begonnen, ein Instrument zu spielen. Seit mehreren Jahren nehmen sie bereits an "Jugend musiziert" teil. "Allerdings spielen wir zum ersten Mal zusammen", sagte Grutza.
In der Altersgruppe Ib (unter zehn Jahren) hätten es gleich zwei weitere Musiker geschafft, sich mit 23 und 24 Punkten für den Landeswettbewerb zu qualifizieren. Doch dafür sind sie noch zu jung. Die Altersgruppe Ib darf nur an den Regionalwettbewerben teilnehmen.
Auch Benjamin Tanzius konnte sich über einen gelungenen Auftritt mit der Gitarre freuen. Als einziger aus der Altersgruppe II (unter zwölf Jahren) darf er am Landeswettbewerb teilnehmen.
Die schlechtesten Bewertungen fielen mit 19 und 20 Punkten noch sehr gut aus und gingen an nur fünf der 17 Teilnehmer. Die Qualifikanten der Landeswettbewerbe werden vom 25. Mai bis zum 1. Juni in Stuttgart am Bundeswettbewerb teilnehmen - vielleicht sind auch Sarah Zajusch und Ralf Grutza dabei.

Wettbewerb – Jugendliche musizieren auf hohem Niveau
30.01.2012/Westfälische Rundschau/Autor: Hendrik Schulz
Jugendliche musizieren auf hohem Niveau
Sarah Zajusch aus Lüdenscheid (Mandoline) und Ralf Grutza aus der Nähe von Düsseldorf (Gitarre) nahmen am Wertungsprogramm von "Jugend musiziert" im Plettenberger Rathaus teil.
Plettenberg. Es sind beeindruckende Leistungen, die die jungen Musiker aus der Region Westfalen-West beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ am Samstag im Plettenberger Rathaussaal ablieferten. Sarah Zajusch (Mandoline) aus Lüdenscheid und Ralf Grutza (begleitete sie auf der Gitarre) aus Monheim am Rhein etwa spielten Stücke von Georg Philip Telemann, Carlo Munier, Lars Wuller und Jacob de Bandolim mit großer Präzision und Virtuosität; die beiden müssten sich auf keiner großen Konzertbühne verstecken.
Wettbewerb gleichteinem Drive In
Angesichts des Könnens nicht nur dieser beiden jungen, hoch talentierten Musiker – Sarah Zajusch erreichte im letzten Jahr den Bundeswettbewerb – ist es umso bedauerlicher, dass die Wettbewerbe fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Besucher beim öffentlichen Bewertungsprogramm waren weitgehend Angehörige oder Lehrer der jungen Künstler.
Martin Theile, Leiter der ausrichtenden Musikschule Lennetal, weiß auch so recht keinen Rat. „Wir haben Werbung gemacht, aber irgendwie kommt es nicht bei den Leuten an“, bedauert er den geringen Zuspruch. Der Wettbewerb gleicht ja einem Drive In: Von morgens bis nachmittags bestand Gelegenheit, den Ratssaal zu besuchen und sich die hochklassigen Vorträge eine Weile anzuhören – kostenlos.
Die Qualifikation für die nächste Runde von Jugend musiziert auf Landesebene erreichten in Plettenberg: Benjamin Tanzius (Meinerzhagen, Gitarre), Constantin Kemmer (Hemer, Gitarre) sowie Sarah Zajusch und Ralf Grutza.
Die nötige Punktzahl erreichten auch die Gitarristen Philip Schwarz (Lüdenscheid) und Julius Mende (Menden), doch die Altersgruppe I b (unter 10 Jahre) tritt nur bei Regionalwettbewerben an.
Schüler qualifizierensich für Landesebene
An anderen Austragungsorten des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ schnitten Schüler der Musikschule Lennetal sehr gut ab und qualifizierten sich zum Teil für den Landeswettbewerb: Michaela Lieder und Judith Fink (beide Altena), Elisabeth Kerawczyk und Xilu Zhou (beide Werdohl) errangen in der Kategorie Klavier vierhändig den 1. Preis, Kira Thal und Aleyna Toraman (beide Altena) den 2. Preis. Sie alle besuchen die Klavierklasse von Joanna Mikolajczyk. Erste Preise gingen auch an Maike Schulte (Garbeck) und Anna Schlippe (Altena) in der Kategorie Klarinette solo. Sie werden von Martin Theile unterrichtet.

 

 
 
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